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Artikel 1949-1958

Repräsentant deutschen Fleißes - HP 12.5.1953

Repräsentant deutschen Fleißes - HP 12.5.1953

Ab 17. Mai täglich drei Doppelfahrten zwischen Großenbrode und Gedser

Am Sonnabend wurde das neue Fährschiff der Bundesbahn "Deutschland" in Anwesenheit des Bundespräsidenten Prof. Heuß dem Verkehr übergeben. Landrat Dr. Rohwedder und Kreispräsident Panitzki begrüßten den hohen Gast am äußersten Zipfel unseres Kreises. Anschließend nahmen der Bundespräsident und eine große Anzahl weiterer Gäste an der Jungfernfahrt der "Deutschland", die während der Fahrt von Booten des Grenzschutzes flankiert war, teil.

Zu einer Besichtigungsfahrt hatte die Bundesbahn am Sonntag eingeladen. Ein langer Sonderzug, der von Hamburg abgelassen war, brachte etwa 500 Gäste nach Großenbrode Kai, die sich in den geräumigen Salons der Hochsee-Fähre recht schnell heimisch fühlten.

Ministerialdirektor Dr. Ing. N. h. Walther, Präsident der Bundesbahndirektion Hamburg, begrüßte die Gäste und gab in seiner Ansprache dem Wunsche Ausdruck, daß über den verkehrstechnischen Fortschritt hinaus die neue Fährverbindung auch eine Verbindung zum Verstehen der Völker untereinander sein möge.

Was dem Reisenden an Gastlichkeit auf der "Deutschland" geboten wird, dürfte selbst höchsten Ansprüchen gerecht werden. Elegante Restaurants, Speisesäle, Salons und Promenadendecks bieten Bequemlichkeiten, die die Seefahrt zum Höhepunkt der Reise werden lassen. Viel zu schnell werden die 3 Stunden auf See vergehen, die die Deutschland von Großenbrode nach Gedser benötigt. Die Ausstattung der Aufenthaltsräume ist von erlesenem Geschmack und ein beredtes Zeugnis deutschen Könnens. Gemälde von Meisterhand beleben die Wandflächen, werben für die Schönheit holsteinischen Landes und weisen eindrucksvoll auf die Eigenart deutscher Städte hin.

In Zahlen betrachtet zeigt sich das Schiff wie folgt:

Länge 114 m, Breite 17,5 m, Seitenhöhe bis Bootsdeck 14.55 m, Tiefgang 4.50 m, Deplacement ca. 4900 t, BRT ca. 4100 t, Höchstgeschwindigkeit 17,5 sm. Der Schiffsführung stehen die modernsten nautischen Geräte zur Verfügung.

Das Schiff hat direkten Doppelschraubenantrieb. Es hat zwei 8-zylindrige umsteuerbare MAN-Dieselmotoren von je 2750 PS. Als Hilfsmaschinen vier Diesel-Aggregate von je 500 PS. Form und Konstruktion (Eisenverstärkungen) werden das Schiff in die Lage versetzen, auch bei vereistem Fahrwasser den Betrieb lange aufrechtzuerhalten (Konstruktion nach Eisbrecherart). Das Schiff ist mit einem Bug- und Heckruder ausgerüstet, wodurch ein Höchstmaß an Manövrierfähigkeit erreicht wird.

Heck und Bug sind aufklappbar. Eisenbahnwagen und Kraftfahrzeuge können also wahlweise über Bug oder Heck übernommen oder abgesetzt werden. Auf den drei Gleisen des Bahndecks können zehn D-Zug-Wagen oder 24 Güterwagen sowie zusätzlich einige Personenkraftwagen untergebracht werden. Wenn keine Eisenbahnwagen an Bord sind, ist Platz für schätzungsweise 110 Personenkraftwagen vorhanden. Das Schiff ist gleichzeitig in der Lage, pro Überfahrt 1000 Passagiere aufzunehmen.

Gemeinsam werden die Fährschiffe "Deutschland" und "Danmark" mit Beginn des Sommerfahrplans (17.5.1953) täglich insgesamt drei Doppelfahrten zwischen Großenbrode und Gedser durchführen, von denen die "Deutschland" zwei und die "Danmark" eine übernehmen wird. Erstmals werden dann ganze Reisezüge direkt von Westdeutschland nach Dänemark übersetzen.

Auch auf dänischer Seite sind für alle Fährfahrten gute Anschlüsse mit schnellen Zügen vorgesehen.

Unabhängig von diesem unter dem Druck der Verhältnisse eingeschlagenen neuen Weg gehen die Bestrebungen um die Verwirklichung der "klassischen Vogelfluglinie" weiter. Der Gedanke lebt und wird sicherlich eines Tages in die Tat umgesetzt werden, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

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